Der Vorsorgeauftrag: Selbst- statt Fremdbestimmung

by | Mrz 18, 2019 | Advisory, Recht

Seit 2013 ist das neue Kindes- und Erwachsenenschutzgesetz in Kraft. Dieses regelt was passiert, wenn eine Person durch Unfall oder Krankheit nicht mehr selbst für sich sorgen kann. Im Zuge der Selbstbestimmung können Sie frühzeitig Vorkehrungen treffen, damit Ihre Wünsche erfüllt werden.

Das Interesse an Vorsorgeaufträgen ist seit 2013 stark gestiegen. Trotz dieser Tatsache jedoch, herrscht noch eine grosse Unsicherheit zu diesem Thema. Der Verlust der Urteilsfähigkeit kann jeden treffen – sei dies durch Krankheit oder Unfall, sowohl kurz- als auch langfristig. Was genau geschieht aber in einem solchen Fall? Wer übernimmt für Sie Ihre Angelegenheiten und trifft wichtige Entscheidungen während dieser Zeit? Wie wird für Sie gesorgt?

Diese und viele weitere Fragen in diesem Zusammenhang stellen sich Interessierte. Und obwohl wir uns ungern mit so heiklen Themen befassen, kann es doch jeden treffen. Wer sich somit nicht rechtzeitig mit seiner Vorsorge befasst, riskiert, dass in einem solchen Fall die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) für ihn entscheidet und nicht eine von ihm gewählte Person.

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)

Grundsätzlich gilt, wer nicht regelt, für den wird geregelt. Beim Verlust der Urteilsfähigkeit – sei dies auch nur kurzfristig – übernimmt die KESB die Personen- und Vermögenssorge und trifft rechtliche Entscheidungen für Sie.  

Der Ehegatte bzw. die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner haben zwar ein gesetzliches Vertretungsrecht, das jedoch allein oft nicht ausreicht. Konkubinatspartner hingegen, wie auch Verlobte oder andere Verwandte scheiden als gesetzliche Vertretungsberechtigte aus.  

Beistand oder Beiständin

Die KESB überträgt die Vertretungsaufgabe in den meisten Fällen einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin der Amtsbeistandschaft bzw. Sozialbehörde. Diese Person vertritt die urteilsunfähige Person bezüglich der Personen- und Vermögenssorge und trifft alle Entscheidungen. Diese Entscheidungsbefugnis kann sehr weit reichen, wie z.B. erbrechtliche Angelegenheiten.                                                            .

Umfang der Beistandschaft

Die Beistandschaften können je nach Fall individuell angeordnet werden. Das Gesetz unterscheidet dabei zwischen Begleit-, Vertretungs- und Vermögensverwaltungs- und Mitwirkungs- sowie kombinierten und umfassenden Beistandschaften.

Selbstbestimmung

Das neue Gesetz erlaubt mit dem Vorsorgeauftrag nun das Selbstbestimmungsrecht zu wahren, d.h. eine Person soll ihren Wünschen entsprechend selber bestimmen können, wen und in welchem Umfang sie im Falle einer schweren Erkrankung oder Unfall für ihre Vertretung einsetzen möchte.

Vorsorgeauftrag

Wer im Zuge dieser Selbstbestimmung eine Vertretung einsetzen möchte, kann dies mit dem Vorsorgeauftrag tun. Dabei kommen als Vorsorgebeauftragte sowohl natürliche als auch juristische Personen in Frage, oder aber es können mehrere Personen für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden. Die beauftrage Person übernimmt die von der erkrankten oder verunfallten Person übertragenen Aufgaben hinsichtlich der Personensorge als auch die Vermögensverwaltung und vertritt sie in rechtlichen Angelegenheiten.

Einer der Vorteile dabei ist das Wegfallen der ständigen Aufsicht durch die KESB. Um dies, aber auch die Validierung des Vorsorgeauftrages durch die KESB zu gewährleisten, sollte der Vorsorgeauftrag so detailliert wie möglich ausformuliert werden, um keine grossen Spielräume für Interpretationen offenzulassen, und eine für die Aufgabe geeignete Person eingesetzt werden.

Es empfiehlt sich für die Erstellung des Vorsorgeauftrages keine vorformulierten Muster zu nehmen, sondern zusammen mit einer Fachperson ein auf die individuelle Situation angepassten Auftrag zu erstellen.

 

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