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Mitarbeiterbeteiligung – Phantom-Aktien als Motivation?

Wie Phantom-Aktien im Unternehmen eingesetzt werden können


Was im Silicon Valley schon längst die Regel ist, wird in der Schweiz noch mit Zurückhaltung eingesetzt. Die Rede ist von den sogenannten „employee stock option plans“ (ESOPs – Beteiligungspläne für Mitarbeiter*innen). Gerade aber für Start-ups oder auch kleine Unternehmen können Mitarbeiterbeteiligungen – als zusätzliche Option – besonders interessant sein, und das in vielerlei Hinsicht:

  1. Mitarbeiter*innen werden durch finanzielle Anreize motiviert. Und das auf eine für das Unternehmen liquiditätsschonende Weise.
  2. Die Bindung und Identifikation zum Unternehmen wird gestärkt.
  3. Das unternehmerische Denken und Handeln wird gefördert.

Junge Unternehmen sind schon aus wirtschaftlichen Gründen auf Mitarbeiter*innen angewiesen, die viele Arbeitsstunden mit einem geringeren Lohn leisten und ihr Wissen und ihre Energie in das neue Unternehmen einbringen. Um das zu erreichen, setzen Gründer*innen verschiedene Mittel ein, wie z.B.die  finanzielle Beteiligung am Unternehmenserfolg.

Unechte Mitarbeiterbeteiligung.

Eine gute Lösung für Start-ups.

Direkte Mitarbeiterbeteiligung

Bei der bekanntesten Variante der Beteiligung erhält der Mitarbeiter mit seinem finanziellen Einsatz einen Anteil am Unternehmen mit entsprechenden Vermögens- und Beteiligungsrechten.

Durch die Herausgabe von Aktien verändert sich aber auch die Kapitalstruktur, was bei den übrigen Aktionären oft auf Widerstand stösst. Vor allem Investoren junger Unternehmen haben ein Interesse, den Aktionärskreis so klein wie möglich zu halten.

Beteiligung mit Phantom-Aktien

Phantom-Aktien (Phantom Stocks) sind fiktive bzw. virtuelle Beteiligungspapiere. Im Gegensatz zu den erwähnten „normalen“ Aktien wird hier dem oder der Mitarbeiter*in in der Regel eine Geldleistung in Aussicht gestellt. Der oder die Mitarbeiter*in erhält nicht die Stellung eines Aktionärs, partizipiert aber am Erfolg des Unternehmens.

Die entsprechenden Bedingungen für die Herausgabe, Auszahlung etc. solcher Phantom-Aktien werden in einem allgemein verbindlichen Phantom Stock Programm bzw. in einem individuell zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossenen Phantom Stock Agreement festgelegt. Bei der Ausgestaltung gilt grundsätzlich Vertragsfreiheit, wobei bestimmte Punkte integriert werden sollten.

Die Vor- und Nachteile solcher Phantom-Aktien

Die Vorteile solcher Aktien wurden grösstenteils bereits erwähnt und liegen v.a. für Start-ups auf der Hand:

  • Der Mitarbeiter erhält keine Aktionärsstellung. Folglich hat er weder Einsichts-, Auskunfts- oder Mitwirkungsrechte. Die Aktionärsstruktur bleibt erhalten und keine Stimmrechtsverwässerung entsteht.
  • Eine Erhöhung des Aktienkapitals entfällt, für welche die Zustimmung der Aktionäre erforderlich wäre.
  • Mit Erlass eines Phantom Stock Programms kann der Start-up einfach und unkompliziert ein Beteiligungsprogramm implementieren. Anders als bei einer Aktienkapitalerhöhung braucht er aber weder den Beschluss der Generalversammlung, noch eine öffentliche Beurkundung oder einen Handelsregistereintrag.
  • Es ensteht ein verhältnismässig geringerer administrativer Aufwand.
  • Die Liquidität bleibt erhalten.

Als Nachteil könnte hingegen eine eventuelle Bildung von Rückstellungen zur Erfüllung des Phantom Stock Programms seitens des Unternehmens angesehen werden. Der oder die Mitarbeiter*in auf der anderen Seite hat zwar zu Beginn keine finanziellen Leistungen zu erbringen, muss jedoch bei Austritt (Exit) die geldwerte Leistung als Einkommen versteuern. Als unechte Beteiligungsform kann der Kapitalgewinn nicht steuerfrei realisiert werden.

Kleine Unternehmen können mit dieser Beteiligung

günstiger teure Leistungen Dritter beschaffen.

Selbstverständlich eigent sich eine solche Beteiligungsform auch für andere Unternehmen. Kleinunternehmen beispielsweise, die auf schwer erhältliche und teure Leistungen Dritter angewiesen sind, können einen Teil der Arbeitsleitstung durch Anteile entschädigen. Durch die spätere Auszahlung erhält das Unternehmen kurzfristig die gewünschte Leistung, ohne dass seine Liquidität zu stark zu belasten.

Solltest du oder ihr eine solche Beteiligung ins Auge fassen, empfehle ich eine sorgfältige Planung und Umsetzung.

 

Lilian Kokalis

 

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